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Besuch des Museums Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Weimar

    Eine Gruppe der Omas gegen Rechts Erfurt e. V. hat das Weimarer Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus besucht und sich dort mit einem bis heute nicht vollständig aufgearbeiteten Kapitel deutscher Geschichte auseinandergesetzt: der gewaltsamen Verschleppung von mehr als 20 Millionen Menschen zur Zwangsarbeit im Deutschen Reich.

    Die Historikerin Suntje Brumme führte die Gruppe durch die didaktisch hervorragend aufbereitete Dauerausstellung und ordnete das Gezeigte mit zusätzlichen Hintergrundinformationen historisch ein. Die Ausstellung präsentiert Dokumente aus ganz Europa und erzählt anhand von über 60 individuellen Fallgeschichten, wie unterschiedlich Menschen von der NS-Zwangsarbeit betroffen waren – darunter auch achtjährige Kinder, die von den Nationalsozialisten ins Deutsche Reich verschleppt und ausgebeutet wurden. Das 2024 eröffnete Haus ist die erste Einrichtung, die die gesamteuropäische Dimension der NS-Zwangsarbeit umfassend dokumentiert.

    Beim Bau unterirdischer Bunker und Fabrikanlagen, in der Industrie, dem Autobahnbau, aber auch beim Einsatz in der Landwirtschaft, kamen hunderttausende Menschen ums Leben. Nicht mehr arbeitsfähige Zwangsarbeiter:innen wurden per Erlass von NS-Offiziellen dem Verhungern überlassen. Besonders deutlich wurde: Da Zwangsarbeit gerade in den letzten Kriegsjahren immer weitere Wirtschafts- und Lebensbereiche der deutschen Gesellschaft durchdrang, ist die oft gehörte Ausrede „man habe davon nichts gewusst“ eine Lüge.

    Das Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus bietet regelmäßig Veranstaltungen und moderierte Rundgänge an. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags sowie an Feiertagen, 10–18 Uhr (letzter Einlass 17:30 Uhr)
    Weitere Informationen: museum-zwangsarbeit.de/besuch